Presseberichte

MAINZER FASTNACHTSMUSEUM ERÖFFNET

Seit 1972 werden Narren-Devotionalien archiviert

Ausstellungsräume im ehemaligen Proviantmagazin des Deutschen Bundes

MAINZ. Die Suche nach geeigneten Räumen hat für das von einem Förderverein getragene Mainzer Fastnachtsmuseum nach mehr als 30 Jahren ein Ende gefunden. Unter der Anschrift Neue Universitätsstraße 2 ist das Museum rund um das größte Mainzer Volksfest jetzt im ehemaligen Proviantmagazin des Deutschen Bundes im Herzen der Mainzer Innenstadt zu finden.

In das lange Jahre leer stehende imposante Militärgebäude zwischen Schillerplatz und Münsterstraße ist wieder Leben eingekehrt.
Ziviles Leben zwischen Gastronomie, Wohnen und Deutschem Kabarettarchiv. Mit dem Mainzer Fastnachtsmuseum, dem eine Fläche von 420 Quadratmetern kostenfrei von der Stadt Mainz zur Verfügung gestellt wird, hat die "Wiederbelebung" des 1867 fertig gestellten historischen Baus ihren Abschluss gefunden.

78 Quadratmeter sind dem Mainzer Fastnachtsarchiv in städtischer Verwaltung vorbehalten, die restlichen 342 Quadratmeter stehen uneingeschränkt dem Mainzer Fastnachtsmuseum zur Verfügung, das vom 120 Mitglieder zählenden "Förderverein Mainzer Fastnachtsmuseum" getragen wird.

Die Leitung von Fastnachtsarchiv und Fastnachtsmuseum (beide betrieben von ehrenamtlichen Mitarbeitern) liegt in den Händen des Historikers Friedrich Schütz, pensionierter Leiter des Mainzer Stadtarchivs.

VÄTER EINER IDEE

Gilt der Mainzer Großkaufmann Johann "Maria" Kertell durch die von ihm 1837 initiierte Gründung der ersten Mainzer Fastnachtsgarde, der "Mainzer Ranzengarde", als Vater der organisierten Fastnacht in Mainz, so kann mit Fug und Recht der Ur-Mainzer Karl Delorme, seinerzeit Kulturdezernent der Stadt, als "Vater des Fastnachtsmuseums" bezeichnet werden.
Bereits 1972 legte Delorme den Grundstein zunächst für das Fastnachtsarchiv und forderte seitdem beharrlich die Zugänglichkeit der Archivalien der "fünften Jahreszeit" in einem Fastnachtsmuseum. Unterstützung erfuhr Delorme dabei vor allem auch durch seinen Mitarbeiter Gerd Ludwig, der heute Vorsitzender des Fördervereins ist.
Die in mehr als 30 Jahren vor allem durch Schenkungen zusammengetragene umfangreiche Sammlung närrischer Objekte, Dokumente, Filme und Fotos bildet die Grundlage für die Ausstellungen im Mainzer Fastnachtsmuseum.

"Ohne die Hilfe vieler Behörden, Institutionen und Bürger hätten wir unser großes Ziel nicht erreichen können", bedankt sich Förderverein-Vorsitzender Gerd Ludwig jetzt zur Eröffnung des Mainzer Fastnachtsmuseums. Sein Dank gilt der Wohnbau Mainz, der Stadt Mainz und an alle Sponsoren aus Fastnacht, Wirtschaft und privaten Spendern und Förderern.

 

 MAINZER FASTNACHTSMUSEUM ERÖFFNET

 Seit 1972 werden Narren-Devotionalien archiviert Ausstellungsräume im ehemaligen Proviantmagazin des Deutschen Bundes

DAS KONZEPT

Im Mainzer Fastnachtsarchiv können Interessierte recherchieren, wenn es beispielsweise (wie schon geschehen) um das Verfassen von Diplomarbeiten oder Dissertationen zum Thema "Mainzer Fastnacht" geht.
Mehr als 160 Jahre Mainzer Fastnachtsgeschichte werden im Mainzer Fastnachtsmuseum dargestellt. In rund 50 speziell angefertigten Vitrinen sind Prunkuniformen legendärer Gardegenerale ebenso zu finden, wie die prächtigen Galaroben Mainzer Fastnachtsprinzen und -prinzessinen, die Kittelschürzen des berühmten Putzfrauenduos "Fraa Babbisch" und "Fraa Struwwelich", sowie Kostüme der Symbolfiguren der Mainzer Fastnacht.

Und daneben natürlich Orden und Narrenkappen, Präsidentenszepter und Sitzungsprotokolle, Liederhefte aus dem 19. Jahrhundert, und, und, und...
Immer wieder wird der Besucher Neues entdecken können, wollen doch die Betreiber des Museums durch wechselnde Ausstellungsstücke aus der "Schatzkammer" des Fastnachtsarchivs immer neue Blickfänge schaffen. In einer eigenen Abteilung bleibt zudem Platz für Wechselausstellungen.
Hier können sich beispielsweise Fastnachtsvereine präsentieren, die ein besonders "närrisches" Jubiläum feiern. Die Fenster des Ausstellungsraums sind mit Fahnen verhängt, die mit Informationen zur und Emblemen der Mainzer Fastnacht bedruckt sind.
In so genannten Medientürmen sind vertonte Bilder und Filme aus der Geschichte der Mainzer Fastnacht abrufbar, die sich in vier großen Abteilungen präsentiert:

Fastnachtsreform und politisch-literarische Fastnacht prägen die Abteilung "1837 bis 1848", die Jahre 1850 bis 1914 stehen unter den Schlagworten "Stammtische und Fastnachtsclubs" sowie "Fastnacht und Fremdenverkehr".
Die Fastnacht zwischen zwei Kriegen und die Fastnacht unter dem Hakenkreuz wird mit der Zeitachse 1925 bis 1939 abgedeckt und mit dem Jahre 1945 beginnend informiert Abteilung vier schließlich über Nachkriegsfastnacht und Fernsehfastnacht.

 

LEBENDES MUSEUM

Aktionen von und mit Kindern sollen möglich gemacht, Führungen angeboten werden. Zudem erhoffen sich die Organisatoren, dass das Museum einen besondere Sogwirkung auf Touristengruppen haben wird. Einige närrische Schmankerl haben die Museumsorganisatoren nicht nur bei den Mitbringseln, die es zu kaufen geben wird, bereits eingeplant - doch die sollen so überraschend sein wie ein gutes Bonmot am Ende einer Büttenrede.

 

 

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